Die steigende Komplexität einer individualisierten, digitalisierten und globalisierten Welt bringt Planung an ihre Grenzen. Es ist zunehmend überlebensnotwendig ökologische Zusammenhänge zu berücksichtigen. Unplanbare Entwicklungen zwingen die Zivilgesellschaft und die Politik zu reagieren. Hier öffnet sich ein Feld für die Bereiche der Künste die mit ergebnisoffenen Prozessen arbeiten. Bildende KünstlerInnen können hochkomplexe, schwer überschaubare, sich verändernde Zusammenhänge darstellen. Hier setzt die Idee einer Akademie an, die als kleine flexible Organisation als Partnerin bestehender Bildungseinrichtungen Hindernisse als Ausgang von Entwicklungsprozessen nimmt. Ihre Struktur basiert auf der Kenntnis performativer zeitgenössischer Kunst über die Bedeutung realen Handelns. Am Rand, in den Lücken in und zwischen den Systemen sind Ideenentwicklungen und Experimente möglich. Die Akademie ist Ort der Begegnung, der inter- und transdisziplinären Arbeit.

Netzwerk 24.09.2016

Netzwerk 24.09.2016

1. Grundidee

Es geht um eine „Akademie“ als Rahmen für
Gemeinsames Lernen, Begegnung und Zusammenarbeit mit Menschen verschiedener Zuständigkeiten.
Menschen vor Ort, Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Lernende aus der Berufsbildung und von Hochschulen, lokale Unternehmen, Bildungsfachleute, Interessierte aus Betrieben und Behörden, externe Expert*innen aus Kunst, Handwerk und Wissenschaft.
Gemeinsames Tun: Entwickeln und Erfinden von öffentlichem Raum, von Projekten, die konkret mit Ideen und Problemen der Menschen und der Region folgen.
Projekte mit einem hohen Anspruch an die Qualität des Prozesses, des Lernens und der Umsetzung.

Die Akademie ist ein Dach für Projekte
an unterschiedlichen Orten, mit unterschiedlichen und vielfälltgen Akteuren und Beteiligten
Thinktank für Theorie und Praxis
Anziehungspunkt für Spezialist*innen aller Altersstufen
(Dienstleisterin und) Forschungseinrichtung für Schulen, Stadtteile, gesellschaftliche oder andere Herausforderungen

Diese Akademie wächst, verändert sich und nimmt neue Impulse, Gegebenheiten und Herausforderungen an.

2. Arbeitsweisen und Prinzipen

Elementares Merkmal ist das Aufspüren und Zulassen der unterschiedlichen Perspektiven, Sehnsüchte und Wünsche der Beteiligten. Es wird Raum geschaffen, in dem Ideen und Entwürfe – in allem Idealismus oder aller Unzulänglichkeit – erstellt und zusammengefügt werden. Erst dann, wenn die Ideen eine erkennbare Form gefunden haben, werden Fachleute hinzugezogen. Im gegenseitigen Austausch wird eine Synthese gefunden, die Umsetzung mit den Beteiligten und Fachleuten durchdacht und geplant, und in den Beteiligten sinnvoll erscheinenden Schriften realisiert. Diese Realisierungen wirken motivierend zurück.

Am Gemeinwohl orienriert: Menschen erschaffen aus eigener Kraft etwas, was für ihr eigenes Leben wertvoll ist und die Gemeinschaft bereichert.

Ausgehen vom Alltag der hier lebenden und arbeitenden Menschen und Einrichtungen: Durch die Ideenfindungen der Menschen vor Ort, sowie hinzukommende ExpertInnen, wird das nachbarschaftliche
Miteinander gefördert und die Qualität des jeweiligen Ortes nach außen sichtbar, bekommt so einen neuen, dynamischen und kreativen Anziehungspunkt.

Transregional wirksam: Eine exzellente, Kontinuität sichernde Akademie, die bestehende (handwerkliche, praktische, theoretische, …) Kompetenzen bewahrt, zeitgenössisch nutzt und weiterentwickelt, strahlt auch über die Region hinaus aus und vernetzt international.

Mitwirkende und Kooperatonen: Das Zentrum für Peripherie kann ein Modell werden, in dem Gemeinden, Gewerbebetriebe, Bürger und Bürgerinnen gemeinsam an einer eigenen Zukunft arbeiten. Emotionaler Anker ist der Beginn mit Kindern und Jugendlichen. Kinder und Jugendliche, die daran teilnehmen, sind intrinsisch motiviert und sie bringen die Offenheit und Neugier mit, die eine einzigartige, lebendige Akademie braucht.

 

kl_bw _ausschnitt_Zentrum für Peripherie mit Menschen_19_04_2020
3. Organisationsprinzipien

Entscheidungen werden von den Partner*innen der Region gemeinsam getroffen.

Jede*r Akteur*in hat im Projekt eine eigene spezifische und geklärte Verantwortung.

Die Zusammenarbeit erfolgt kontinuierlich über einen längeren Zeitraum.

Es soll digitale Zusammenarbeit und reale Treffen geben.

Das Zentrum für Peripherie (in Düsseldorf-Garath und Nebelin aktiv) kann eine Verortung über die Einzelprojekte hinaus anbieten und sichern.

Für die Region Prignitz kann Nebelin mit den bestehenden Räumen des Zentrums für Peripherie Denk- und Arbeitsort sein.

Handlungsorte wechseln je nach Kooperationen und Projekten, die im Rahmen der Akademie entstehen oder sich an die Akademie andocken.

Es braucht eine Finanzierung der sichernden Struktur und der Durchführung von Einzelprojekten. Geschäftsstelle und fachliche Akademieleitung, Sachmittel für regionale Beteiligte und externe Expert*innen.

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